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„Atmen, du unsichtbares Gedicht!"

Aktualisiert: 21. Juli 2022

„Atmen, du unsichtbares Gedicht!“

Rainer Maria Rilke: Atmen, du unsichtbares Gedicht! Immerfort um das eigne Sein rein eingetauschter Weltraum. Gegengewicht, in dem ich mich rhythmisch ereigne. Einzige Welle, deren allmähliches Meer ich bin; sparsamstes du von allen möglichen Meeren, – Raumgewinn. Wie viele von diesen Stellen der Räume waren schon innen in mir. Manche Winde sind wie mein Sohn. Erkennst du mich, Luft, du, voll noch einst meiniger Orte? Du, einmal glatte Rinde, Rundung und Blatt meiner Worte. Rainer Maria Rilke Quelle: die Sonette an Orpheus, Zweiter Teil



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